Ausstellung im Hotel Schweizerhof Luzern 27. August – 12. September 2016

Danke für Ihr Interesse an meiner Ausstellung, welche meiner Mutter, Erminia Bordoli-Agustoni (1930-2014), gewidmet ist; sie hatte die Grösse, mir am 27. Oktober 2014, ihrem selbst bestimmten Todestag, ein zweites Leben, eine zweite Chance zu schenken. Es war ihr grosser Wunsch, dass ich (weiter) male und meine Bilder «sichtbar» mache. Sämtliche an dieser Ausstellung gezeigten Bilder sind nach ihrem Tod entstanden und sind Teil eines schmerzlichen Trauerprozesses, der nie ganz abgeschlossen sein wird.

Blumen – flowers
Wir beide liebten und lieben Blumen, und über Blumen (und vieles mehr) bleiben wir in Verbindung.

4 Jahreszeiten – 4 seasons
Das ewige Kommen und Gehen und Weitergehen.

Liebe – love
Die Antwort auf alles ist Liebe, und die Beziehung zu meiner Mutter war die wohl schwierigste Liebesbeziehung meines Lebens.

Endlichkeit? Unendlichkeit?
Der (eigene) Tod, der viele Fragen aufwirft:

Endlich unendlich oder unendlich endlich?
Der aber auch Angst macht (Wir fürchten uns vor dem Tod, aber fürchtet sich der Tod auch vor uns?)

Weiss und Schwarz – white and black
In der Trauer nicht nur Schwarz und Weiss sehen, sondern dem Leben (mit Phantasie) wieder Farbe geben, Trauer in Lebensfreude, in Kraft umwandeln (the power of flowers).

Silber und Gold
Reden ist Silber, schweigen ist Gold? Oder: Schweigen ist Silber, reden ist Gold?

Manchmal ist es besser, über seine Gefühle zu sprechen. Trauer braucht einen Ausdruck. Und die Kunst hat sowieso ihre eigene Sprache.

Schmerz – pain
Im Leben sind wir immer unterwegs, manchmal über Umwege. Das Leben ist ein ewiger Kreislauf. Drehen wir uns im Kreis oder gehen wir auf die Mitte zu?

10 x 10 x ?
Wir sind (in jeder Lebenssituation) der Gestalter unseres Lebens. Alles ist veränderbar, alles ist verstellbar.

Wenn ich heute vor meinen Bildern stehe, kommen viele Erinnerungen in mir hoch, und ich bin voller Emotionen – Wehmut, Freude, Stolz, Schmerz. Das stärkste Gefühl jedoch ist das Gefühl von Dankbarkeit.

Danken möchte ich zuerst und vor allem meinem Vater, Antonio Bordoli, der auch in den schwierigsten Zeiten meines Lebens immer zu mir und an meiner Seite stand und der nie aufhörte, an mich zu glauben.

«Hinter einem starken Mann steht (immer? meistens? oft?) eine starke Frau.» – Hinter mir standen vor und nach dem Tod meiner Mutter und während der Entstehung der Bilder, die an dieser Ausstellung zu sehen sind, zwei starke Frauen, zwei verlässliche Freundinnen, denen mein grosser Dank gilt und die ich namentlich erwähnen möchte:

Donika Shasivari, talentierte Fotografin, ausgestattet mit einem Blick für das Schöne und Wesentliche im Leben und mit viel Flair für das Gestalterische, die nach dem Tod meiner Mutter immer für meinen Vater und mich da war (DA war), die vieles mitgetragen und ausgehalten hat und die uns half, den Alltag neu zu strukturieren. Dank ihrer Mithilfe bei der Einrichtung, Gestaltung und Dekoration meines Ateliers «ars viviendi by mia p. bordoli» an der Tivolistrasse 1 in Luzern kann ich heute voller Freude und Stolz sagen: «My studio is my home is my castle.»

Susanne Guler, einzigARTige Künstlerin sowie Kunst- und Maltherapeutin aus Bern, meine Muse und Quelle zahlreicher Inspirationen, Ideen und Visionen (und selbst ernannter Lakai bei der Beseitigung zahlreicher Malspuren, die ich in ihrem Atelier gelegentlich hinterlasse). Die grösste Freude über diese Freundschaft ist Arwen Aylin, ihre 12 Jahre alte Tochter, seit Juni dieses Jahres mein Patenkind. Mit Arwen, meinem «Traumgottenkind», ist ein grosser Wunsch in Erfüllung gegangen, der Wunsch nach einer Zukunft, denn Kinder sind unsere Zukunft. Ich hoffe und bin davon überzeugt, dass Arwen morgen das weiterleben wird, was heute für mich wichtig ist: Liebe und Respekt vor der Schöpfung, vor den Menschen, den Tieren, der Natur.

Im Weiteren möchte ich all denjenigen danken, die mir immer mit Respekt, Anstand, Fairness und Toleranz begegnet sind und die mir auch weiterhin eine «künstlerisch-kreativ-chaotische Narrenfreiheit» zugestehen.

Ein grosses Dankeschön auch an die Familie Hauser und an die «friends and familiy-Crew» vom Hotel Schweizerhof, dank welcher meine Bilder in diesen traditionsreichen und würdigen Räumlichkeiten, in einem sprichwörtlich schönen Rahmen, gezeigt werden können.

Und zum Schluss nachfolgende Gedanken:

Das ganze Leben ist Kunst.

Jeder Mensch ist ein Künstler, und jeder Künstler ist ein Mensch.

Wir alle sind der Gestalter unseres Lebens und, manchmal, der Gestalter unserer (inneren) Bilder.

Im Leben wie auch in der Kunst gibt ein kein «richtig» und «falsch» und oft kein oben, unten, links, rechts. Alles ist veränderbar, alles ist verstellbar, alles ist wandelbar.

ENJOY THE EXPOSITION.

ENJOY YOUR LIVE (AND EVERY MOMENT OF YOUR LIFE).

ENJOY YOUR ART OF BEING.

Herzlichst,

Ihre Mia Bordoli